Wie hoch sollte das bedingungslose Grundeinkommen sein? Eine Frage die ich bei jeder Diskussion früher oder später gestellt bekomme. Nicht zu hoch und nicht zu niedrig – so in etwa würde wohl die korrekte Antwort ausfallen. Natürlich gibt sich damit niemand zufrieden.
Wenn ich allerdings als Antwort 1000 EUR sage, bekomme ich gleich wieder zu hören, dass dann niemand mehr arbeiten gehen würde. Woher kommt bloß diese Überzeugung? Auch in der heutigen Zeit – ohne bedingungsloses Grundeinkommen – hört niemand auf zu arbeiten, sobald er 1000 EUR verdient hat. Es liegt in der Natur des Menschen, mehr haben zu wollen, sich etwas Luxus zu gönnen. Für den Rest sorgt der Nachbar mit seinem neuen Auto oder die Werbung, die Medien mit einem Autotest nach dem anderen.
Allerdings ist es den meisten Leuten nicht unmittelbar bewusst, dass sie die ersten beiden Wochen im Monat für ihre 1000 EUR arbeiten gehen und den Rest des Monats für ihren Neuwagen, ihren Urlaub, teure Klamotten, die private Rente, ... für Luxus und Sicherheit. Ihnen sind der Luxus und die Sicherheit so wichtig, dass niemand aufhört zu arbeiten, sobald der Lebensunterhalt gesichert ist. Womöglich motiviert nichts mehr als das neue Auto des Nachbarn.
Wer wäre also bereit, auf all diesen Luxus zu verzichten, nur weil man ihm das nötigste für den Lebensunterhalt zahlt? Nebenbei mal, 1000 EUR sind weniger als man auf den ersten Blick denkt. Davon ist zum Beispiel die Krankenversicherung zu zahlen, die Miete, Lebensmittel, Klamotten, Energie ... Wer alleine davon leben möchte, müsste sich extrem einschänken.